Zirkus

Zirkus, das ist Glitzer, Musik und Nervenkitzel. Aber nur für uns Menschen. Für die nichtmenschlichen Tiere bedeutet der Zirkus ein Leben in einem winzigen Käfig. Gedemütigt jeden Tag irgendwelche entwürdigenden Mätzchen in der Manege vorzuführen. Die nichtmenschlichen Tiere werden mit Zuckerbrot und Peitsche zu einem artwidrigen Verhalten gezwungen. Und lassen dabei die Kassen der Tierquäler_Innen klingeln.

Die Qualerei an nichtmenschlichen Tieren beginnt in der Heimat der sogenannten Wildtiere. Hier nimmt die blutige Spur ihren Anfang, wenn Mensch Jagt auf alle nichtmenschlichen Arten macht. Denn noch heute werden nichtmenschliche Tiere zu angeblich wissenschaftlichen Zwecken gefangen, um dann ein Leben lang eingeknastet zu werden. Über Zoos oder dunkle Händlerkanäle landen die Tiere nicht selten im Zirkus. Vorher sterben unzählige von ihnen beim Fang und auf dem Transport nach Europa. Tiger ersticken in ihren Transportkisten, Affen beißen sich in Panik ihre Gliedmaßen ab. Denn die Todesopfer sind in dem schmutzigen Geschäft mit einkalkuliert. Allein im Handel mit bedrohten Arten werden jedes Jahr rund 10 Milliarden Mark verdient.

Mit Dreizack, Peitsche, Elektroschock, Futterentzug und anderen Foltermethoden werden den Tieren von den DompteurInnen die Tricks eingeprügelt. Eine Raubtiernummer ohne Stromschlaggerät oder Dreizack gibt es nicht. Sie werden in der Manege geschickt getarnt, damit die Zuschauer_Innen von der Brutalität nichts merken. Bei der Dressur spielt Angst eine wesentliche Rolle. Erst wenn die nichtmenschlichen Tiere völlig erniedrigt sind und auf Kommando die artwidrigsten Verführungen ableisten, sind ihre Peiniger_Innen zufrieden. Der Bär auf den Schlittschuhen, der Elefant der Kopfstand macht oder der Löwe, der mit Artgenossen eine Pyramide baut, sind nur einige der entwürdigenden Mätzchen.Während in der sogenannten freien Natur immer mehr Arten vom Menschen ausgerottet werden, müssen ihre Artgenoss_Innen in der Manege in Haft leben. Überlebt die zur Ware gemachten nichtmenschlichen Tiere die Tortur nicht, liefern die Zoos den Nachschub. Zoo und Zirkus arbeiten Hand in Hand, wenn es um die Ausbeutung der Tiere geht.

Nicht weniger schlimm als die Auftritte in der Manege ist der Rest der Tageszeit für alle eigesperrten Arten. Sie sind zur Untätigkeit verdammt in ihren Käfigen. Elefanten sind einen Großteil des Tages angekettet. Sichtbares Zeichen der Tierquälerei ist das hin- und herschauklen der Dickhäuter. Die Tiger laufen apathisch in ihren Drahtknästen auf und ab. Flußpferde liegen auf dem Trockenen und Giraffen müssen in Käfigen leben, in denen sie sich oftmals nicht einmal aufrichten können. Und selbst um diese sichtbar psychisch krankgemachten Tiere begaffen zu können, zahlen Menschen noch zusätzlich Eintrittsgeld. Denn nahezu jeder Zirkus führt Tiere mit, die in ihrem Leben nicht ein einziges Mal aus ihrem rollenden Gefängnis herauskommen: die sogenannten Schautiere. Ein bis zwei Löwen müssen sich im Zirkuswagen mit gerademal fünf Quadratmetern begnügen.
Zwei Meter lange Schlangen dürfen in ein Meter große Kisten gepfercht werden. Hochentwickelte nichtmenschliche Tiere halten den Knastalltag nicht lange aus. Um ihre Agressionen beherrschen zu können, werden sie oft mit Drogen ruhig gestellt. Und auch den heimischen Tieren, wie Pferden oder Ziegen geht es nicht besser. Sie werden in enge Boxen gepfercht und sind oftmals außerhalb der Manegenauftritte den gesamten Tag angebunden. In der Manege werden sie mit festen Zügeln geritten. Ihre Muskeln werden überansprucht, das Halfter reißt ihren Mund blutig. Wenn sie kein Geld mehr einbringen oder sich bei Auftritten schwer verletzten, werden sie getötet und an die nichtmenschlichen Raubtiere verfüttert.
Um ihre Tierquälerei zu rechtfertigen, stellen sich auch die Zirkusbesitzer_innen gerne als Artenschützer_innen dar. „Zirkusse haben niemals eine nützliche Rolle bei den Schutzbemühungen gespielt“, entlarvt der Zoologe Raymond Ings diese Lüge. „Historisch gesehen ist genau das Gegenteil der Fall.“ Auch im Auftrag der Zirkusse wurde die Natur geplündert. „Daß bedrohte Tierarten immer noch in Käfigwagen der fahrenden Tierschauen leben, ist nicht nur skrupellos“, sagt Prinz Aga Khan. Und schon Albert Schweizer wußte: „Die Zeit wird kommen, in der Unterhaltung, die auf der Mißhandlung und der Tötung von Tieren basiert, nicht mehr toleriert wird.“
Es geht nicht darum dieses Verbrechen durch größere Gehege zu legalisieren. Tiernummern im Zirkus gehören bedingungslos abgeschafft. In den skandinavischen Ländern dürfen Zirkusse mit Tieren schon nicht mehr auftreten. Und wer behauptet, dass diese Gesetze das Ende aller Zirkusse bedeuten, der lügt. Es gibt eine Vielzahl von Zirkussen die ihre Zuschauer_innen, ohne dass ein einziges Tier gequält wird. Zum Beispiel beim englischen Zirkus Swamp.
Und es werden immer mehr, die gegen nichtmenschliche Tiere in der Manege frontmachen und erkannt haben, das Tiernummern in alter Tradition blutige und lebensverachtende Spiele sind. Früher waren es die Tage der offenen Tür in den Irrenhäusern, die dem Menschen den nötigen Nervenkitzel brachten. Die Herrschenden erfreuten sich aber auch schon im Römischen Reich an den in Gruben eingekerkerten Tieren. Es wird an der Zeit, dass solche Unnötigkeiten in das Gruselkabinett der historischen Grausamkeiten verbannt werden.

Quellen:
http://www.tierbefreier.de/zoo.html
Redaktionelle Änderungen von RALF