Wie wir Ende des Jahres 2012 erfahren haben gab es wieder einmal Anknüpfungsversuche von Nazis an die Tierrechts- und Tierbefreiungsbewegung in Italien, vor allem von sogenannten „Autonomen Nationalist_innen“.

Konkret ging es um die Brandstiftungen im Namen der „Animal Liberation Front“, die in den letzten Monaten in der Toscana / Italien verübt wurden. Seit Oktober kam es in der Nähe von Florenz immer wieder zu Brandstiftungen und die dazu gehörigen Bekenner_innenschreiben wurden immer unter dem Slogan „A.L.F“ veröffentlicht.
So auch am 31.12.2012, als in dieser Nacht wurde ein milchverarbeitender Betrieb in Montelupo (Firenze) Ziel eines Angriffes wurde. (linksunten indymedia und Bite Back berichteten)
Vier Tage nach dieser Brandstiftung kam es zu einer Festnahme und drei Hausdurchsuchungen. Festgenommen wurde der 22 Jährige Filippo Serlupi d’Ongran aus Firenze, zwei weitere Verdächtige konnten sich der Festnahme entziehen.
In den italienischen mainstream Medien gab es sofort viele Berichte, unter anderem über die rechtsradikalen Verbinndungen des festgenommenen Filippo Serlupi d’Ongran. Dieser war der Polizei bereits vor seiner Festnahme bekannt, als Aktivist des neofaschistischen („Autonom“ Nationalistischen) Zentrums Casaggi.
Des weiteren wurden Details bekannt die zu dieser Festnahme führten.
Die „Aktivisten“ waren noch nicht sehr lange an Tierrechts bzw. Tierbefreiungsthemen interessiert. Erst im September scheint für Filippo sein Weg als so genannter „Tierbefreiungsaktivist“ begonnen zu haben. Aber anstatt sich mit den Inhalten der Bewegung auseinanderzusetzen und vielleicht auch die die politischen Hintergründe einer Befreiungsbewegung zu verstehen, zieht er es vor mit zwei anderen unter dem Kürzel ALF Brandstiftungen zu verrichten.
Diese Aktionen werden von den dreien immer mit ihren Smartphones gefilmt und später über Youtube hochgeladen und auch auf ihren Facebookprofilen verteilt.
Kurz nach seiner Festnahme gesteht Filippo Serlupi d’Ongran alles, auch wie er mit den anderen Verdächtigen in Kontakt gekommen ist.
Inzwischen konnte eine zweite Person festgenommen werden.

Es wird ersichtlich, dass diese Faschisten lediglich den aktionistischen Aspekt der „ALF“ beachteten. Hätten sich diese genauer mit den Inhalten der Bewegung beschäftigt wäre ihnen schnell klar geworden, dass sich diese als freiheitliche Bewegung in anarchistischer Tradition versteht und eben kein Sammelsurium für Menschen sein will, die ihre faschistischen Ansichten zu ihrem Gunsten mit tierrechtlichen Elementen schmücken.
Die Distanzierungen von den Informationsplattformen „Bite Back“ und „Informa-Azione“ verurteilen die Einnahmeversuche, positionieren sich deutlich gegen rechtes Gedankengut und stellen klar, dass aus der Tierrechts- und Tierbefreiungsbewegung keine Solidarität mit Faschist_innen zu erwarten ist.

Die Leichtigkeit Aktionen zu verüben und sich den Namen und das Label zu geben ist nicht zu leugnen. Dieser Fall aus Italien sollte innerhalb der Tierrechts- und Tierbefreiungsbewegung (als Teil der radikalen Linken) einen Diskurs anregen, wie in Zukunft flexibel aber ja nicht panisch auf solche Situationen reagiert werden kann, ohne wirkliche Tierbefreiungs-Aktivist_innen aus der Anonymität zu holen, und diese, wie auch die Bewegung als solches angreifbar für Repression zu machen.
Leider scheint es momentan lediglich Nahrung für jene zu bieten, die versuchen die Bewegung aus der radikalen Linke zu drängen und scheinbar nur auf Gelegenheiten wie diese warten sie zu diffamieren. Diese Entwicklung ist schon länger zu beobachten und als äußerst bedenklich einzustufen. Denn isoliert ist die Tierbefreiungsbewegung, aber auch der Teil radikaler Linker, die sich eben nicht derer zugehörig sieht, angreifbarer für Staat, Industrie, der Organe der akzeptierenden Gesellschaft und eben auch für Nazis.
Es bleibt festzuhalten, dass bloß weil Rechte, Nazis und Faschist_innen Label und Namen verwenden sie nicht als Teil der Bewegung anzusehen sind. Weder diejenigen, die sich antifaschistisch nennen und auch unter den Fahnen der Antifaschistischen Aktion Demonstrationen veranstalten (rein nach dem Motto: „wir sind ja keine Faschist_innen, sondern „autonome“ Nationalist_innen) aber nationalistische Ideologie vertreten, oder eben faschistische Brandstifter_innen, die den Namen „ALF“ zu vereinnahmen versuchen.

Es bleibt wie es ist: Nazi animalisti fuck off! Nazistrukturen aufdecken und zerschlagen!